Libyen West  (20.11.2009 - 15.12.2009)

(Walter, Christian, Kurt, Werner, Wolfgang, Josef)


Nach den auf mehreren Etappen in den Jahren 2006-2008 durchgeführten Reisen in Westafrika stellte sich die Frage, wie wir für 3 Wochen afrikanische Luft atmen könnten und so entschlossen wir uns zu einer Libyenreise, wobei einige der Freunde diese Gegenden Libyens noch nicht kannten. Leider besteht auch in Libyen die Pflicht, einen oder wie in unserem Fall, gleich 2 Begleiter mitnehmen zu müssen. Und so entschieden wir uns zur Variante "Führer mit eigenem Fahrzeug" und dieser nimmt den Tourismuspolizisten mit. Wir wickelten die für Libyen nötigen Formalitäten über Medusa-Tours in Zuara ab und waren damit auch zufrieden; vor allem der zugeteilte Führer Ibrahim war ein sehr netter und kompetenter Typ. Was mir persönlich an dieser Art des Reisens allerdings fehlt, ist das explorerhafte, das ich auf meinen bisherigen Reisen immer fand. 

Unsere Reiseroute (zum Vergrößern auf die Karte klicken)


die "SPLENDID" der GNV im Hafen von Genua

Zur Überquerung des Mittelmeers von Genua nach Tunis und retour buchten wir diesmal nicht die Fähre der CTN sondern die der italienischen GNV; die Splendid war in wesentlich saubererem Zustand wie die alte Carthage, war ausserdem preislich günstiger und bescherte uns 2 Tage mehr in Afrika. 


Ankunft in La Gouletta

Nächtigung am Strand von Zuara

Die Anreise durch Italien und Tunesien verlief problemlos und so erreichten wir am Abend des 23.11. die libysche Grenze, wo wir vom Vertreter der Reiseagentur abgeholt wurden. Auf dem Weg nach Süden erforschten wir die Speicherburg der verfallenen Altstadt Nalut und nächtigten am beeindruckenden See Mzezem, den wir als Swimmingpool nutzten. 


auf dem Weg nach Süden 

die Speicherburg im alten Nalut. Hier wurden ....

... hauptsächlich Olivenöl und Getreide gelagert.

erstaunliche Bauten mit Lehm und (bedingt) Stein

der See Mzezem, der zu einem angenehmen Bad einlud

in der Salzebene beim See Mzezem

Die Altstadt in Ghadames wird mit finanzieller Unterstützung der UNESCO restauriert, hat aber an Ursprünglichkeit stark eingebüsst. 


restaurierter Hauptplatz von Alt-Ghadames


einer der Zugänge in die alte Stadt


dieser Berber wurde wohl schon in dieser Stadt geboren   


ein weitgehend unverändert gebliebener Teil der Stadt


Blick über die Dächer von Alt-Ghadames


hier entspringt eine Quelle, die Lebensader der Stadt 

Nach 3 Tagen mehr oder weniger weglosen Strecken fallweise auch sehr nahe der algerischen Grenze erreichten wir Al Awaynat (das ehemalige Serdeles) im Fezzan. Zu unserem Erstaunen trafen wir dort auf die "Weisse Pest", eine Ansammlung von mindestens 50 grossen Wohnmobilen, vorwiegend aus Frankreich und Italien. Entsprechend hoch war dann auch die Besucherfrequenz im Akakus. 


durch die Hamadat Tingerat und den westlichen Erg Ubari


der bekannte "Finger-Rock" im Akakus

Von Serdeles aus erkundeten wir den von der UNESCO zum Weltkulturerbe und von Libyen zum Nationalpark erklärten Akakus, ein Gebirgsmassiv mit fantastischen Felsformationen, Felsgravuren und Felsmalereien. Leider sind die schönsten Felsbilder, Zeugnisse jahrtausendalter Kunst, mit arabischen Parolen besprayt und ebenso auch viele der alten Gravuren verunziert worden - ob da die Tourismuspolizisten auf die falschen Leute aufgepasst haben? 


hier hat der Wind der Sahara das Gestein zu .... 


...
faszinierenden und teils skurillen Formen geschliffen


beeindruckende Landschaft im Akakus 


jahrtausendalte Felsmalerei


eine der vielen Felsgravuren im Akakus


der Elefant ist auch heute noch deutlich zu erkennen 


entlang des Akakus-Ostrandes geht es nach Süden


eigenartiger Felsbogen im Akakus


Gesteinsformation im Akakus


imposanter Felsbogen


unwirklich anmutende Landschaft


der mächtigste Felsbogen des Akakus : Fozzi Jearen

Über den Msak Mallat gelangten wir an den Westrand des Erg Murzuq und fuhren diesen entlang zum Wadi Mathendous, einem weiteren grandiosen Erbe vergangener Generationen; Hier befinden sich die wohl schönsten Felsgravuren der Sahara. 


entlang des Erg Murzug ging es ins Wadi Mathendous ...


... mit seinen sensationellen Fesgravuren


die Motive der Gravuren zeugen von früherem ... 


... reichen Tierbestand in dieser Gegend

Wieder zurück im Wadi Ajdal rüsteten wir uns für die Erkundung der Seen im Erg Ubari, einem Naturphänomen ersten Ranges. Wir besuchten die Seen Mandara (leider trocken), Um El Ma, Um El Hassan, Mahfou, Gabroon (wo wir einem Badevergnügen nicht widerstehen konnten) und den Grundwassersee Tademka, einen kleinen, herzigen See nördlich des Gabroon. 


leider ausgetrockneter Mandara - See


der See Um el Ma


Um el Hassan 


Gabroon - See : kein Untergehen möglich (Salzgehalt)


der Wasserstand im Grundwassersee Tademka ...


... geht leider von Jahr zu Jahr merklich zurück 

Die Durchquerung des Erg Ubari feierten wir in Brak bei gebratenem Kamelfleisch und (alkohol- freiem) Heineken Bier. Da wir bis hierher weniger Zeit als kalkuliert verbraucht hatten, fassten wir den Entschluss, weiter nach Osten zu fahren. Von Brak aus gelangten wir über weite Schotterebenen nach Al Fogaha mit seiner verfallenen Altstadt.


ein Palmenhain nahe der Ruinenstadt Fogaha


die Reste der alten Stadt Fogaha

Vorbei an den bizarren Lavamassen der Haruj al Aswad ging es dann wieder in Richtung Norden.  Nach ca 100 km durch trostlose Wüstengegenden erreichten wir östlich von Waddan endlich die Asphaltstrasse Waddan-Zilla. 


aufgetürmte Lavaschichten östlich von Fogaha 


"Lavastrom" im wahrsten Sinne des Wortes ...

In Waddan besuchten wir das teilweise restaurierte italienische Fort und kauften auch dort geerntete Datteln - in dieser Region gedeihen die besten Datteln Libyens. 


das alte italienische Fort in Waddan ...


... wurde zum Teil wieder sehr schön hergerichtet

Den Abschluss der Reise bildete der Besuch der altrömischen Städte Leptis-Magna und Sabrata sowie der Hauptstadt Tripoli.


Leptis Magna - Eingang zur Stadt 


Fries am Eingangsbogen


diese Säulen lassen die ehemalige Größe erahnen 


eine riesige Säulenhalle 


auch ein Badehaus stand den Römern zur Verfügung


auf dem Markt in Tripoli


bunte Wandteppiche verführen zum Kauf


der Marcus-Aurelius-Bogen in Tripoli


Werbung für die Fluglinie und Gaddafi


das Theater in Sabrata


mächtig ragt das Bauwerk in den Himmel


nur mehr Säulen zeugen von vergangener Pracht


Reste einer Säulenhalle 


die Grabkammer unter dem Grabmal wurde nicht entdeckt 

Den letzten Ärger bescherte uns die Fähre, die mit 7 Stunden Verspätung auslief und demzufolge auch erst am späten Abend Genua erreichte, wodurch wir - noch dazu bei Schneefall und elender Kälte - eine anstrengende Nachtfahrt nach Hause hatten.

Hier noch schnell die Teilnehmer an unserer Reise : 


Christian, Walter, Wolfgang, Werner


Josef


Abdel Hamid, Ibrahim, Kurt, Christian


Abdel Hamid (Fremdenpolizist), Ibrahim (Agenturbegleiter)

Unterwegs waren wir mit 3 Toyota Landcruiser, 2 HDJ80 und meinem alten, erprobten PZJ75 Buschtaxi. An Defekten gab's einen kaputten Spannungswandler und eine erforderliche Nachstellung der vorderen Radlager bei meinem PZJ75 sowie - bedingt durch einen Unfall in den Dünen - einen gebrochenen Dachträger und eine kaputte Stossstange bei Christians HDJ80.

Als Navigationshilfe verwendeten wir die 1:4 Mio Michelin Karte Nr. 741 (NW-Afrika), die 1:500 k Russenkarten, Satellitenkarten (speziell für den Erg Ubari), für die angedachten Routen einen Garmin GPS V und für die schnelle und einfache Aufnahme von Punkten einen Garmin nüvi 200.


Text : Hofer Walter,  Bilder : Triebl Josef, Kainacher Werner