
Verlauf der Magellan Straße und des Beagle Kanals

Die Route der Expeditionsschiffes Mare Australis : Ushuaia - Kap Hoorn -
Plüschow Gletscher - Chico Fjord - Isla Magdalena - Punta Arenas
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31.3., Tag 05: Ushuaia
Für das Kofferpacken hatten wir an diesem Tage reichlichst
Zeit - erst um 10:30 wurden wir nach einem ausgiebigen Frühstück vom
Hotel abgeholt und zur Reederei gebracht. Nach der Erledigung der
Formalitäten / Einchecken wurde unser Gepäck entgegengenommen und mit
Aufklebern (Zimmernummer) versehen.
Danach hatten wir (leider) wieder Zeit zur freien
Verfügung : da kein weiteres (offizielles Besichtigungs-) Programm
vorgesehen war versuchten wir, ohne Hotelzimmer, das Handgepäck und die
Fotoausrüstung schleppend, die letzten Geheimnisse von Ushuaia zu
erkunden.
Endlich um 17:00 Uhr trafen wir einander wieder beim
Büro der Reederei und wurden zum Hafen gebracht, wo wir an Bord des
Expeditionsschiffes Mare Australis gingen und unsere Kabinen bezogen.
Danach wurden wir offiziell vom Kapitän und der Crew mit einem
Welcome-Drink empfangen.
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auch die Pinguine machen sich auf den Weg ans "Ende der Welt"
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das Expeditionsschiff Mare Australis im Hafen von Ushuaia |
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Gleich darauf stach die Australis in See und wir
begannen unsere Reise zum äußersten Ende unserer Erde. während wir die
ersten Einweisungen zum Leben an Bord, den Gebrauch der Rettungswesten und
zum Verhalten in den Zodiac- Booten (Schlauchbooten) bekamen und unser
erstes feudales Abendessen an Bord genossen, ging es in einer Schleife im
Beagle-Kanal ersteinmal in eine Warteposition vor Puerto Navarino, wo ohne
unser Zutun die Einreiseformalitäten nach Chile durchgeführt wurden.
Durch den Murray-Kanal führte der Weg in der Nacht weiter Richtung
Süden.
01.4., Tag 06: Kap Hoorn - Wulaia Bucht
Noch in der Nacht erreichten wir den Kap Hoorn
Nationalpark, wo wir nach Prüfung der Landebedingungen um etwa 07:30 mit
den Zodiacs an Land auf die Insel Hornos gebracht wurden. Ein hölzerner
Steig führte auf das Plateau und über weitere Holzstege gelangten wir
zum berühmten Denkmal, welches zur Erinnerung an die vielen um Kap Hoorn
gestrandeten Schiffe und ihre Besatzungen errichtet worden war.
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Denkmal für die gestrandeten Schiffe und umgekommenen Seeleute
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Josef & Hannelore am "Ende der Welt" |
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Geschafft - wir waren am "ENDE DER WELT"
angelangt ! Nur noch die - allerdings 2000 km breite - Drake Passage
trennten uns von der Antarktis .... Der Himmel war nur leicht bedeckt, die
Sonne blinzelte sogar einige Male durch die Wolken - ein Traumwetter für
diese Gegend ... Herz, was willst du mehr ?
Kap Horn, auf der Insel Hornos gelegen, ist eine 425 m
(1394 ft) hohe Steinformation, genau an der Stelle, wo sich der
Atlantische und der Pazifische Ozean treffen. Dieser mystische Ort ist
bekannt als "das Ende der Welt" und ein Besuch ist ein
einzigartiges Privileg. Der Park wurde im Juni 2005 von der UNESCO zum
Welt-Biosphären-Reservat ernannt.
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Blick zurück auf die Insel Hornos
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Im Murray Kanal wurde das Wetter ein wenig schlechter |
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Zurück an Bord der Mare Australis gab es erst einmal
ein ausgiebiges Frühstück. Danach wurde der Dokumentarfilm "The
Shackleton's Adventure" vorgeführt und nach dem Mittagessen ein
Vortrag über "Darvin in Patagonien" abgehalten.
Um 16:30 erfolge bei trübem und regnerischem Wetter
der Landgang in der historischen Wulaia Bucht, welche einst die grösste
Siedlung von Einheimischen in dieser Region war. Die Gegend ist außerdem
bekannt für ihre unglaublich schönen Reichtümer an Vegetation und
Geographie. Wir unternahmen einen kleinen Spaziergang durch den
Magellan-Wald mit den Lengo, Coigüe, Conelos Bäumen, Famen und andere
für diese Region typische Flora bis wir einen feinen Aussichtspunkt
erreichten. Nachdem wir die Aussicht ausgiebig genossen hatten, arbeiteten
wir uns noch bis zu einem Biberdamm vor - und bekamen nach längerer
Wartezeit auch tatsächlich einen zu sehen ... !
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saftig grüne Landschaft in der Wulaia Bucht
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leichter Regen begleitete uns beim Aufstieg zum Aussichtspunkt |
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Bei einbrechender Dunkelheit fuhren wir zurück durch
den Muray-Kanal, vorbei am Lichtermeer von Ushuaia und durch die
"Straße der Gletscher" weiter im Beagle-Kanal in Richtung
Westen. Beim Dokumentarfilm "March of the Pinguins" konnten wir
uns schon seelisch auf die Ereignisse des übernächsten Tages einstimmen
....
02.04., Tag 07: Günther Plüschow Gletscher
Bei traumhaft schönem Wetter fuhren wir am Vormittag durch die verwinkelten Fjorde der Westküste Feuerlands : durch den Cockburn-Kanal
gelangten wir in den Alacalufe-Fjord, an dessen Ende sich der beeindruckende Günther-Plüschow-
Gletscher - benannt nach dem Piloten, welcher als erster Mensch diese Region überflog - erstreckt.
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Bergspitzen im Licht der aufgehenden Sonne
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unterwegs im Cockburn Kanal |

faszinierende Eislandschaft
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immer neue Eisformationen tauchen auf ... |

Einfahrt in den Alacalufe-Fjord
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wir nähern uns dem Plüschow Gletscher |

blau spiegelndes Gletschereis im hellen Sonnenlicht
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der Plüschow Gletscher |
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Mit Zodiacs ging es dann in den Chico-Fjord, wo wir den Nene-Gletscher
betrachten und dem majestätischen Piloto- Gletscher aus nächster Nähe beim "Kalben" zusehen durften. - ein wirklich wunderbares Erlebnis !
Bei einbrechender Dunkelheit verließen wir den Fjord und nahmen an der Verlosung des "Jack", der Fagge am Bug des Schiffes, sowie der
Versteigerung der auf der Fahrt nach Kap Hoorn verwendeten Seekarte teil. An der anschließenden Karaoke-Show beteiligten sich bei bester
Stimmung sogar auch Leute aus unserer Gruppe ... :-))
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die Eismassen des Plüschow Gletschers reichen bis ins Wasser
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Einfahrt in den Chico Sound (Fjord) |

der Nena Gletscher ist in Sicht
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die Eismassen des Piloto Gletschers |

bizarre Eisgebilde ...
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ein herrlicher Tag geht zu Ende ... |
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03.04., Tag 08: Insel Magdalena - Punta Arenas
Um 03:00 Uhr Früh schon konnten wir die Lichter von
Punta Arenas im Westen erkennen - aber unsere Reise führte zuerst zur
Insel Magdalena, an der wir kurz nach 07:00 Uhr ankamen. Mit den Zodiacs
ging es wieder an Land.
Und da waren sie : tausende Magellan-Pinguine duckten
sich in ihre Höhlen, führten heftige "Diskussionen",
betrachteten neugierig die vielen "Neuankömmlinge" oder
watschelten in Reih und Glied an den steinigen Strand um ein angenehmes
Bad zu nehmen ...
Aus Zeitgründen (eintretende Ebbe) konnten wir zwar
nicht bis zum Leuchtturm vordringen, aber wir hatten wie mit dem Wetter
auf unserer bisherigen Reise wieder einmal Glück - die Pinguine verlassen
nämlich im April die Insel Magdalena und wir hätten ersatzweise auf die
Insel Marto fahren müssen um dort die Seelöwen zu besuchen.
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... ein bisserl unentschlossen - oder ?
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die Mare Australis vor der Insel Magdalena |

tausende Magellan Pinguine bevölkern die Insel Magdalena
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Bruthöhlen der Pinguine |
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Anschließend setzten wir die Fahrt nach Punta Arenas
fort, wo wir kurz vor Mittag eintrafen. Neugierig betrachteten wir das
flinke Ausladen der Koffer vom Schiff in Transportfahrzeuge. Nach der
Zollkontrolle empfing uns der Vertreter der örtlichen Reiseagentur. Bei
trübem Wetter und sogar fallweise leichtem Regen wurden wir in einen viel
zu kleinen Minibus gepfercht und ohne Umwege ins saubere Hotel Rey Don
Felipe gebracht. Die spärlich in schlechtem Deutsch gebrachten
Ausführungen des "Reiseleiters" konnten aufgrund der miserablen Audioanlage im Bus überhaupt nicht verstanden werden. Da
trotz Nachfrage beim "Reiseleiter" kein weiteres Programm für
diesen Tag vorgesehen war, erforschten wir eben Punta Arenas den ganzen
verregneten Nachmittag lang auf eigene Faust - so auch den Cento de la
Cruz (Hügel des Kreuzes) mit dem schönen Blick über die Stadt - und
gingen früh ins Bett um für den nächsten Tag gerüstet zu sein.
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Punta Arenas
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bemaltes Haus in der Hafengegend |

Kormorane belagern einen verfallenen Pier
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Spaziergang durch Punta Arenas |

Spaziergang durch Punta Arenas
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Spaziergang durch Punta Arenas |